Beherzt aber erfolglos

Nach einer dreiwöchigen Pause galt es dieses Wochenende wieder für beide Mannschaften ernst. Ein Blick auf die Tabelle lies die Wichtigkeit dieser Partie erahnen. Die beiden Mannschaften trennte in der Tabelle nur gerade ein Zähler. Zudem ist man von den hintersten Rängen ebenfalls nur zwei Punkte entfernt.

Wasa startete gut in die Partie. Mit viel Aggressivität und Selbstvertrauen tauchte man immer wieder gefährlich vor dem Tor der Zürcher auf. So waren es dann auch die St. Galler, die in der 11. Minute durch einen herrlich vorgetragenen Konter das Score eröffneten. Frederick Hoff Erikson hatte Thomas Sladky mustergültig im Slot bedient, der den Ball gekonnt im Tor unterbringen konnte. In der Folge gaben die Wasaner das Spieldiktat jedoch zusehends aus der Hand. Es waren vermehrt die Zürcher Spieler die durch direktes Passspiel und gefährliche Zuspiele in den hohen Slot immer wieder Gefahr vor Kornelius Birrer brachten. Der Ausgleich in der 18. Spielminute war so eine logische Folge des Spielverlaufs. Linard Parli hatte eine kleine Unachtsamkeit in der St. Galler Abwehr ausgenützt. 1:1. Pause.

Kaum war das Spiel zum 2. Drittel eröffnet, lag der Ball auch schon im Tor der Gäste. Ein fragwürdiges Goal, das durch eine kuriose Brustabnahme eines GC-Spielers entstanden war. Das Team um Marcus Marty lies sich dadurch irgendwie aus dem Konzept bringen. Fehlpässe und ungenaue Zuspiele schlichen sich immer öfter in den Spielaufbau ein. Durch einen Doppelschlag in der 30. Spielminute konnte GC innert 10 Sekunden die Führung auf 4:1 ausbauen. Vorausgegangen war ein grober Fehlpass direkt in die Schaufel eines Zürcher Angreifers der sich für dieses Geschenk nur noch bedankten musste. Dem vierten Treffer ging ein misslungener Befreiungsschlag voraus, den Meier Volley im St. Galler Tor unterbringen konnte. Kurze Zeit später konnten die Olmastädter erstmals in Überzahl agieren. Promt erzielte Hans Mathis nach einer Minute Überzahlspiel den 2. Teffer für die Gäste. 4:2. Wieder Pause.

In der Garderobe war sich jeder im Klaren, dass in dieser Partie noch nichts entschieden ist. So wollte man im dritten Durchgang die Fehler aus den vorangehenden Dritteln vergessen und nochmals mit viel Druck und Beharrlichkeit die Torchancen suchen. Dies gelang zunächst nur dürftig, denn es kam auch in der Platzhälfte der St. Galler immer wieder zu heissen Szenen. Auf beiden Seiten konnten sich Torhüter mit tollen Paraden auszeichnen. In der 43. Spielminute fand Roman Wick dann doch eine Lücke und konnte zum viel umjubelten  Anschlusstreffer einschieben. Man spürte, dass das Spiel jetzt erst richtig lanciert war. Die St. Galler stürmten in der Folge vermehrt aufs gegnerische Tor, doch wollte der Ausgleichstreffer nicht gelingen. In der Hitze des Gefechts wurde dann auch noch ein Wasa-Spieler wegen wiederholtem Vergehen für zwei Minuten auf die Strafbank verbannt. Den 5. Zürcher Treffer markierte sodann Linard Parli in Überzahl mit seinem 2. persönlichen Tor an diesem Abend. In der Schlussphase ersetzte Wasa den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Doch blieb dieses Unterfangen erfolglos. Am Ende erschallte für diesmal kein ‚Brazil’ durch die Halle dafür grinsten die Zürcher auf der anderen Seite für eines der seltenen Siegerphotos in die Kamera. Als ‚Best Player’ wurde auf Seite von Wasa Mario Haag ausgezeichnet.

Aufgrund der Tatsache, dass die direkten Tabellennachbarn (Rychenberg Winterthur und Grünenmatt) ihre Partien ebenfalls gewinnen konnten, schmerzt diese Niederlage umso mehr. Wasa agierte auf das ganze Spiel gesehen zu fehlerhaft und war im Abschluss zu wenig zwingend. Mit diesem Spiel geht gleichzeitig die kurze Ära von Marcus Marty als Chefcoach zu Ende. Wir danken Ihm für die geleistete Arbeit und heissen den neuen Trainer August Schärli herzlich willkommen.

Am Ende bleibt ein enttäuschtes Team, doch bereits morgen gilt es, sich wieder auf die Spiele vom nächsten Wochenende vorzubereiten. Denn wie heisst es doch so schön: ‚Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder … keine Frage!’

Bericht: Severin Koller

 

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