Ein Weihnachtsgeschenk wider Willen

Im letzten Spiel des auslaufenden Jahres traf der UHC Waldkirch - St. Gallen zuhause auf den UHC Grünenmatt. Mit einem Sieg hätte das Heimteam den Gast nicht nur in der Tabelle überholen, sondern sich auch gleich im Mittelfeld der Liga festsetzen können.

Es war bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass sich die beiden Mannschaften gegenüber standen. Beide Spiele waren an Spannung kaum zu überbieten gewesen, denn sie wurden jeweils erst in der Verlängerung entschieden. Die Vorzeichen für ein unterhaltsames und intensives Spiel standen also gut.

Die wegen des Schnees mit etwas Verspätung eingetroffenen Grünenmätteler erwischten einen etwas ‚vereisten’ Start. Die Pässe waren vielfach ungenau, die Angriffe aufs Wasa-Tor wenig zwingend und irgendwie schien es, als sei die Berner Truppe durch den draussen herrschenden Sturm ein wenig vom Winde verweht worden. Anders beim Heimteam: Man ging engagiert zur Sache, störte den Gegner früh und liess auch in den Zweikämpfen nichts anbrennen. Der erste Treffer des Nachmittags fiel sodann auch zuerst in das Berner Tor. Fabian Jucker hatte den Torhüter in der nahen Ecke erwischt. Auch der zweite Treffer wurde von den St. Gallern versenkt. Thomas Sladky hatte auf Pass von Anderegg getroffen.

Im zweiten Drittel schien es, als seien die kalten Berner Kochen langsam etwas aufgetaut. Das Spiel war um einiges ausgeglichener als noch im Start-Drittel. Trotzdem waren anfangs richtige Torchancen auf beiden Seiten noch Mangelware. Die Teams neutralisieren sich mehrheitlich im Mittelfeld, sodass das Spiel ein bisschen vor sich hin ‚plätscherte’. Doch gings dann plötzlich Schlag auf Schlag. Innerhalb von nur gut eineinhalb Minuten fielen 3 Treffer. Zuerst konnte Wick den Ball zum 3. Mal im Tor unterbringen, ehe der Ball erstmals im St. Galler Netz zappelte. Kurz danach verteilte die Berner Verteidigung erstmals vorweihnachtliche Geschenke, indem sie völlig unbedrängt den Ball Patrick Früh in die Schaufel spielte. Dankend nahm er das Geschenk an und bezwang Pascal Nieth im Mätteler Tor erneut. Dieser verstand dann für kurze Zeit die Welt nicht mehr und liess sich zu einem unnötigen Ausraster verleiten. Folge: 10+2 Minuten Strafe gegen den UHC Grünenmatt. Die anschliessende Überzahl konnte danach jedoch nicht genutzt werden, sodass die Anzeigetafel nach 2 gespielten Drittelen eine komfortable 4:1 Führung für das Heimteam anzeigte.

Die Frage darf nun gestellt werden, ob Wasa die zweite Drittelspause im Freien inmitten des draussen wütenden Schneesturms verbrachte, denn die Art wie sich die St. Galler im letzten Drittel präsentierten war höchst ‚verfroren’. Ab sofort fand das Spiel fast ausschliesslich in der Hälfte des Heimteams statt. Die Berner waren jetzt die Spiel bestimmende Mannschaft, waren viel aggressiver, fokussierter, agiler und vor allem aufgewärmter als die Wasa-Eismänner. Der Drei-Tore-Rückstand konnte so innerhalb von nur 6 Minuten aufgeholt werden. Die Truppe durfte sich bei Dominic Jud bedanken, der mit herrlichen Paraden die Ostschweizer vor einem frühzeitigen Rückstand rettete. Doch genau eine Minute vor Ende des Spiels traf Hirschi zum viel umjubelten Siegestreffer für Grünenmatt. Als dann die Sirene nach 60 Minuten aufheulte und die letzten Wasaner aus Ihrem Winterschlaf erwachten, war eine sehr bittere Niederlage Tatsache. Das Unihockeyjahr 2009 ging somit für das SML-Team des UHC Waldkirch- St. Gallen höchst unerfreulich zu Ende. Man hat damit eine grosse Chance für einen beachtlichen Sprung Richtung Playoffs leichtfertig verspielt. Schade.

Ach ja, noch etwas: Kennen Sie bereits den Unterschied zwischen Geschenken im herkömmlichen Sinn und Geschenken in der Unihockeywelt?

Geschenke im herkömmlichen Sinn macht man in der Weihnachtszeit grundsätzlich jenen, die man besonders schätzt oder die einem sehr nahe stehen.

Nun, im Unihockey ist dies ein wenig anders: Da bekommen jene die Geschenke, die am meisten dafür kämpfen. Und welches Team dies an diesem Abend tat, ist ja bereits bekannt.

Bericht: Severin Koller

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