Kampf und Sieg

Die u21 Junioren können die ersten Punkte gegen den UHC Grünenmatt nach einem kämpferischen Spiel einfahren und siegen mit 4:6 in einer äusserst intensiven Partie.

Nach dem verpatzten Saisonstart und Null Punkten aus 2 Spielen ging es am vergangenen Sonntag nach Grünenmatt, einem Gegner auf gleicher Augenhöhe. Man wollte unbedingt die ersten Punkte einfahren und es war klar, dass Grünenmatt geschlagen werden muss, wenn man endlich aus dem hinteren Feld der Tabelle rauskommen wollte. Äusserst motiviert und bereit stieg man in die Partie. Für die St.Galler stand ebenfalls fest, dass man nicht vergebens 3 Stunde Hinfahrt an einem Sonntag Abend -  nebenbei mit einer  unzumutbaren Anspielzeit um 19.00 Uhr in Grünenmatt! - nehmen will und dann mit leeren Händen nach Hause fahren will. Also starte man mit Selbstvertrauen und Siegeswille in die Partie. Bereits nach 2 Minuten konnte Lukas Marc Waldvogel seinen ersten Treffer der Saison markieren und erzielte mittels einem schönen Drehschuss ins hohe Eck die Führung für die Grünen. Grünenmatt stand sehr hoch und übte grossen Druck auf die St.Galler Hinterleute beim Auslösen aus. So kam man nur mit schnellen, weiten Bällen nach vorne und immer wieder zu Abschlussmöglichkeiten, die aber oft ungenau oder überhastet ausgeführt wurden. Nach 10 Minuten konnte ein Einheimischer Verteidiger einen Abschluss ausüben, der jedoch neben das Tor ging. Die Chance schien vorbei zu sein, doch der Ball prallte kurios und eigenartig von der Band ab und flog über das Tor zurück in den Torhüterraum. Dort reagierte ein Berner am schnellsten und setzte den Ball aus einer zweifelhaften Höhe im Tor unter. St.Gallen war technisch wohl eher überlegen, doch körperlich war es die Heimmannschaft, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken konnte. Es kam zu unzähligen harten Zweikämpfen, doch die Schiedsrichter liessen so ziemlich alles laufen, was nicht gleich blutige Wunden aufriss oder verdrehte Gelenke. Damit kam Grünenmatt besser zu recht und konnte noch vor dem ersten Pausentee die Führung übernehmen zum 2:1.

In der 27. Minute wurde dann mal zur Verwunderung aller Beteiligten ein Pfiff der Schiedsrichter wahr genommen und gegen das Heimteam eine zwei Minuten Strafe ausgesprochen. So konnte das St.Galler Powerplay auflaufen und die hatten bekanntlich nach dem letzten Spiel so einiges gut zu machen. Nur knapp 50 Sekunden brauchten sie dieses Mal und Adrian Rüesch konnte den Ausgleich erzielen. Doch auch auf dieses Tor wusste Grünenmatt eine Antwort und in nur knapp 3 Minuten konnten sie einen 2-Tore-Vorsprung erzielen. Die St.Galler Defensive arbeitete nicht mehr so hart wie zu Beginn des Spiels und prompt konnte Torhüter Urban Nüssli – der nebenbei wieder eine ausgezeichnete Partie ablieferte und zurzeit in einer bestechlich überragenden Verfassung ist – zwei Mal den Ball aus dem Tor fischen. Mit dem Resultat von 4:2 ging es zur letzten Pausenpredigt von den Trainern zurück in die Garderobe.

Im Schlussdrittel stellten die St.Galler auf zwei Blöcke um. Nun wurde das von den Grünenmattern aufgezwungene körperbetonte und aggressive Spiel ihnen selbst zum Verhängnis. Grünenmatt spielte bis zu diesem Zeitpunkt nur mit 2 Blöcken und es wurde offensichtlich, dass sie konditionell je länger das Spiel dauerte umso grössere Mühen bekamen. 13 Minuten vor Schluss konnte Adrian Rüesch auf Zuspiel von Verteidiger Ass Stefan „Dirty Sanchez“ Meier den Anschlusstreffer in einer Überzahl Situation markieren. Nach diesem Tor kam es zu einer kuriosen Situation: Einer der beiden Schiedsrichter bekam im Oberschenkel einen Krampf und musste Minuten lang gepflegt werden und sich hinlegen. Diese kleine Pause wurde vom St.Galler Trainertrio genutzt und sie konnten nochmals taktische Angaben geben. Ebenfalls wurde man darauf hingewiesen, dass der Gegner konditionell am Boden ist. Wer dem Misstrauen schenkte, musste nur mal kurz zur gegnerischen Bank sehen, wo einige Spieler am Boden lagen, um sich zu erholen und nach Luft schnappten. St.Gallen tat dieser Unterbruch offensichtlich besser als Grünenmatt. Nur 1 Minute nach Wiederaufnahme der Partie konnte Stefan Meier mit einem Weitschuss den Ausgleich erzielen. Dies war den Olma-Städtlern noch nicht genug – man wollte unbedingt diese drei Punkte. Also war man weiter am Drücker und so gelang Adrian Rüesch erneut auf Zuspiel von Stefan Meier der Führungstreffer zum 4:5. Adrian Rüesch krönte seine ausgezeichnete Leistung noch 4 Minuten vor Ende mit einem herrlichen Freistosstor ins hohe weite „Chribbeli“ und erzielte damit das vorentscheidenden 4:6. Was für ein Spiel! St.Gallen zeigte Moral und Wille und drehte ein Spiel in wenigen Minuten zu ihren Gunsten.

Nach dem ersten Sieg und den ersten Punkten gilt es nun, weiter an den Schwächen zu arbeiten und weiter hart zu trainieren. Der Konkurrenzkampf in der grossen Mannschaft um die wenigen Plätzen an den Spiel scheint sich immer positiver für die Mannschaft auszuzeichnen. Jeder einzelne Spieler verbessert sich von Woche zu Woche und so auch die Mannschaft und die Erfolgserlebnisse kommen. So hoffentlich auch am nächsten Wochenende, wo die erste und einzige Doppelrunde der Saison auf dem Programm steht. Zuerst spielt man am Samstagabend um 19:00Uhr im Hexenkessel Bünt gegen Rychenberg Winterthur und dann am Sonntag auswärts um 15:00Uhr gegen GC in Zürich. Diese beiden Partien versprechen unterhaltsames Unihockey und spannende Spiele – zumindest am Sonntag ist klar, dass Kampf auf dem Spielfeld dominieren wird. Ausserdem hat man mit GC bekanntlich noch eine Rechnung offen, so war es das u21 Team vom Grasshoppers Club Zürich, der den UHC Wasa vor 2 Jahren in die Eliten Klasse B getreten hat. Auf dieses Spiel sind die St.Galler besonders heiss und hoffentlich kann diese positive Energie auch umgewandelt werden und sie können am Ende der Partie als Sieger vom Platz gehen – insofern die Partie 16 Minuten vor Schluss nicht abgebrochen werden muss.

In diesem Sinne auf eine erfolgreiche Doppelrunde!

Bericht: Giuliano Paqualino

 

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