Knappe Niederlage gegen den Meister

Die Herrenmannschaft des UHC Waldkirch-St. Gallen verliert ihr Auswärtsspiel beim amtierenden Meister SV Wiler-Ersigen, der mit diesem Sieg die noch zwei Spiele andauernde Qualifikation als Leader beenden wird.

Für WaSa sind die zwei noch ausstehenden Spiele also von weitaus grösserer Bedeutung als für die souverän führenden Berner. In den bevorstehenden 120 Spielminuten muss WaSa genau so kämpferisch und leidenschaftlich auftreten, wie sie dies im Spiel gegen den Meister tat. Vom ersten Bully bis zur letzten Sekunde versuchte die Equipe von August Schärli, die von ihm gesetzten Vorgaben umzusetzen und die in den letzten Spielen leider etwas verloren gegangene Spieldisziplin wieder zu finden. Abgesehen von einigen Ausnahmen gelang dies sogar ziemlich gut. WaSa konnte die Hintermannschaft von Wiler, die verletzungsbedingt nicht so souverän auftrat wie man es sich von ihr gewohnt ist, immer wieder unter Druck setzen. Nach 6 Spielminuten und zwei Toren durch Jucker und Haag führte WaSa 2:1. Zwischen diesen beiden Torerfolgen kullerte der Ball leider auch einmal ins Gehäuse des zum „Best Player“ ausgezeichneten Birrer: Das Gegentor war ein Beispiel für die eben genannten Ausnahmen, in denen WaSa leider wieder unnötige Eigenfehler unterliefen und man den Gegner selbst ins Spiel brachte – in diesem Fall mit einem Eigentor. Ein Abspielfehler aus der Verteidigung von WaSa hatte anschliessend den Ausgleich und eine ungenaue Deckung im Slot den Rückstand zur Folge. Wie gesagt: WaSa spielte eigentlich gut, kämpfte als eine geschlossene Einheit und lag dennoch gegen ein vergleichbar schwaches Wiler mit 2:3 im Rückstand.

Mit neuem Mut aus der Garderobe zurückkehrend, eroberten die St. Galler die Spielführung aber wieder zurück. Wick und Dominioni in Überzahl bezwangen den ebenfalls gut spielenden Torhüter Streit. Dieser machte in der 38. Minute Platz für sein Teamkollege Haab, der extra eingewechselt wurde, als die Schiedsrichter auf Penalty für WaSa entschieden. Und dieser Wechsel zahlte sich aus, denn Haab parierte den Strafstoss. In der 51. Spielminute konnten die Zuschauer die genau gleiche Geschichte noch einmal mitansehen, als Haab wiederum Sieger blieb im Duell gegen den zweiten St. Galler Penaltyschützen. Die Chancen für Torerfolge waren also vorhanden, konnten aber nicht verwertet werden. Ah ja, und zwischen den beiden Penaltys hatte Wiler ja schliesslich auch noch Matthias Hofbauer: Der einzige Wiler-Akteur, der am heutigen Abend seiner Reputation gerecht wurde, sorgte mit seinen Aktionen für den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften. Beim 4:4 bediente er seinen Bruder mustergültig, das 5:4 markierte er selbst und beim 6:4 war Bichsel sein Passempfänger.

Noch war die Partie aber nicht zu Ende. Als Matthias Hofbauer wegen einer Zweiminutenstrafe nicht auf dem Spielfeld für Ordnung sorgen konnte, traf Dominioni zum zweiten Mal in Überzahl zum 6:5 Anschlusstreffer. Noch waren sechs Minuten zu spielen und WaSa drückte auf den Ausgleich. Als in der 58. Minute mit Krähenbühl wiederum ein Wiler-Akteur auf die Strafbank geschickt wurde, stiegen die Hoffnungen auf den Ausgleich noch einmal an. Aber nur einige Sekundenumdrehungen später schickten die ansonsten gut pfeifenden Schiedsrichter auch noch Wick auf die Strafbank. Die Meinungen, ob diese Ausweisung gerechtfertigt war, gingen dabei natürlich auseinander. Auf jeden Fall brachte Wiler anschliessend die Zeit über die Runden und traf noch ins verlassene St. Galler Tor zum Schlussresultat von 7:5.

Zurück blieben WaSa-Spieler, denen die Enttäuschung vom Gesicht zu lesen war. Nahe dran und doch verloren, so wohl das Fazit dieser Partie. Einige Eigenfehler zu viel um zu gewinnen, ein bisschen zu wenig Disziplin, ein bisschen zu wenig Glück – nicht zum ersten Mal in dieser Saison fehlte wenig für den Vollerfolg. Was WaSa im Moment braucht sind aber Punkte, und davon gibt’s in zwei Wochen noch sechs zu holen.

Bericht: Manuel Zehr

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