Ladehemmungen und weiter warten...

Am vergangenen Wochenende mussten die u21 Junioren vom UHC WaSa in der zweiten Runde gegen den UHC Alligator Malans antreten. Trotz starker Überlegenheit im Startdrittel und vielen Gross-Chancen gelingt es dem Aufsteiger nicht, die ersten Punkte in der Meisterschaft einzufahren und verliert mit 1:3.

Mit Umstellungen auf einigen Positionen starte man gegen die Alligatoren gut in die Partie. Die St.Galler nahmen schnell das Spieldiktat in die Hand und versuchten dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Dies gelang den Grünen durchaus und so waren es auch sie, die zu vielen guten Chancen kamen. Als der Zeiger noch nicht mal ganze zwei Umdrehungen gemacht hatte, nutze Adi Rüesch seine erste Chance mit List und erzielte mittels eines klassischen „Buebetrickli“ die Führung für die Gastgeber. In den folgenden Minuten kontrollierte man das Spiel, doch der Ball wollte nicht ins Tor kullern. Immer wieder schlossen die St.Galler aus ausgezeichneten Positionen ab, doch oft fehlte die absolute Konsequenz, den Ball im Tor unterzubringen. Nun fanden auch die Malanser immer besser in die Partie und konnten ebenfalls das erste Mal auf den St.Galler Torhüter Urban Nüssli ihre Geschosse abfeuern. Urban Nüssli spielte eine ausgezeichnete Partie und verhinderte solange wie möglich den Ausgleich. Doch in der 9. Minuten war dann auch der Schlussmann der Olma-Städtler geschlagen und Malans konnte die Partie ausgleichen. Wer nun eine Partie mit vielen Toren, Emotionen und Strafen – wie gewöhnlich gegen die Bünder – erwartete, wurde enttäuscht. Das Spiel gestaltete sich immer mehr in eine langweilige Partie und flachte ziemlich ab. Chancen auf St.Galler wie auf der Gast-Seite waren zwar vorhanden, doch Tore fielen keine. Selbst als es sich die beide Vetsch-Brüder von Malans auf der Strafbank gemütlich und heimelig machten. Selbst als St.Gallens Powerplay doppeltes Überzahl-Spiel aufbauen konnte, gelang es ihnen nicht, die Chancen in Tore umzuwandeln. Oft wurde der Ball zu lange gehalten und nicht laufen gelassen und viel zu kompliziert gespielt. Mit dem Zwischenstand von 1:1 ging’s zum ersten Pausentee. St.Gallen zeigte, dass sie mit Malans – stets ein Playoffkandidat in der Eliten Klasse A – mithalten kann und zeitweise sogar dominierte.

Im Mitteldrittel zeigte sich die Mannschaft vom Trainertrio Zwicky/ Venturini/ Egli weiterhin als gute Mannschaft und spielte sich unzählige Chancen heraus. Doch Tore fielen keine. Im Gegenteil: Malans fand immer mehr den Weg auf Urban Nüssli – der zu Recht am Ende der Partie zum Best Player auf Seite des Heimteams gewählt wurde – doch auch sie hatten Abschluss-Hemmungen und konnten den Plastikball nicht in die Maschen schieben. In der 45. Minute durfte nochmals das St.Galler Powerplay seine Künste zeigen. Doch wieder war man viel zu verspielt und spielte viel zu komplizierte Pässe, die vom gegnerischen Boxplay abgefangen wurden. Und wieder einmal zeigte sich die alte Weisheit „Wer Vorne die Tore nicht macht, bekommt sie Hinten“. Trotz einem Mann mehr auf dem Feld entwischte ein Malanser den St.Gallern und erzielte einen Shorthander zum 1:2. Viel mehr geschah im eher langweiligen und trostlosen Mitteldrittel nicht und die Spielleiter erlösten die knapp 100 Zuschauer in die Pause.

Im Schlussdrittel zeigte sich ein ähnliches Bild wie zuvor: St.Gallen kam zu vielen Chancen, Malans verteidigte gut und kam durch einige Konter ebenfalls Möglichkeit; doch Tore waren weiterhin Mangelware. Das Spiel erinnerte immer mehr an ein Damen-Unihockey-Spiel: wenige Emotionen, überhaupt kein Körperbetontes Spiel wie üblich und Tore fielen ebenfalls keine. Als dann noch 3 Minuten vor Schluss alles nach vorne geworfen wurde und die Grünen noch ihr Timeout bezogen, kam nochmals kurz Spannung auf. St.Gallen war am Drücker, hatte viele gute Möglichkeiten und der Beste Mann auf dem Feld Urban Nüssli wurde noch durch einen 6. Feldspieler ersetzt. Alles nützte nichts mehr und als dann 15 Sekunden vor Schluss der Partie ein Malanser ins leere Tore einschieben konnte, war auch diese Partie entschieden und endlich zu ende. Trotz vielen Chancen, Möglichkeiten und guten 58 Abschlüssen der St.Galler, erzielten die Grün-Weiss nur ein Tor.

Für die Partie am nächsten Sonntag 2. Oktober 2011 Auswärts um 19:00 Uhr gegen den UHC Grünenmatt gilt nun, endlich mehr Tore zu erzielen und die Ladehemmungen vor dem gegnerischen Tor abzuschreiben. Man sah in dieser Partie, dass die Taktik, das System und der Einsatz stimmt, doch es fehlt ganz klar an Kaltblütigkeit und Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Viel zu oft wird ein Abschluss nur halbherzig und ohne 100% Überzeugung und Wille, das Tor zu erzielen, genommen. Daran muss das Aufsteiger Team in der kommenden Woche hart arbeiten und endlich wieder lernen, Tore zu schiessen. Auch das gewisse Selbstvertrauen oder wie es der Vollblut Zürcher Dani Zwicky ausdrückte „die nötige Arroganz auf dem Platz um den Ball in die Ecke zu schiessen“, fehlt noch. An dem wird nun gearbeitet und dann stehen die Zeichen für einen Sieg und Punkte gegen das bis anhin ebenfalls 0-Nummern-Team Grünenmatt gut.

Bericht: Giuliano Pasqualini

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