Matchbericht Köniz gegen WaSa

Was gibt es Schöneres als an einem Sonntagabend irgendwo im kalten Bernerland um 19:30 Uhr Unihockey zu spielen?? Meines Erachtens einiges. Eines ist klar, sehr viel hatten sich die ‚Spielplanmacher’ nicht überlegt, denn es würde so oder so bis 00:30 Uhr dauern bis auch WaSa wieder daheim sein würde. Tja, ändern konnte man dies ja sowieso nicht, also wollte man aus der Sicht von WaSa die Heimfahrt mit 3 Punkten ein wenig angenehmer antreten. WaSa konnte sich vor der Natipause als erstes Team gegen den Leader Chur durchsetzen. Klar wollte man da auch gerade den Zweiten der Tabelle schlagen.

Beide Teams kamen irgendwie verschlafen aus der Garderobe, bei beiden Mannschaften passte anfangs nicht viel zusammen. Ein halber Abschluss hier ein verzweifelter Schuss dort, war alles was die beiden in den ersten 11 Minuten zustande brachten. Dann wurde die erste 2-Minuten-Strafe gegen Köniz ausgesprochen. Weil auch das St. Galler Powerplay nicht unbedingt das Gelbe vom Ei war, war es nicht selten Köniz die zu 4. die 5 St. Galler ausspielten. Praktisch mit Ablauf der Strafe vergass man für einmal Severin Koller in der Mitte, der sich nach einem Pass von Chris Eschbach nicht zweimal bitten liess und das 1. Tor der Partie erzielte. Doch nur ein paar Augenblicke später stand es bereits 1:1. Wälti hatte von einer kleinen Unachtsamkeit der Gäste profitiert. Unentschieden zur Drittelspause.

Im zweiten Drittel waren beide Teams präsenter. Jedoch biss sich Köniz eins ums andere Mal die Zähne an der starken St. Galler Abwehr aus. WaSa konterte gekonnt. Einer dieser Konter wurde in der 25. Minute herrlich durch Fabian Jucker abgeschlossen. Die Gedanken noch immer bei dem schönen Treffer, vergass man für kurze Zeit, dass ja auch wir nur zu 5. auf dem Feld steht. Promt fiel der erneute Ausgleichstreffer postwendend. Auf Ostschweizer Seite liess man sich dadurch nicht beirren und innerhalb von nur 14 Sekunden schoss man gleich zwei Tore. Die Schützen waren Diego Casagrande und C. Eschbach. Dann war erneut Pause.

In der Garderobe herrschte eine euphorische Stimmung. Wie schon gegen Chur lag man nach 2 Dritteln gegen einen vermeintlich grossen Gegner mit 2 Toren in Front. Irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass sich alle im Hinterkopf ein wenig das gleiche dachten: „Mmmh, gegen Chur hat das doch auch gereicht, locker“. Die Konsequenz aus einer solchen Einstellung kennen wir alle, und auch in diesem Match war es nicht anders.

Nach Wiederanpfiff waren die WaSa-Leute in Gedanken irgendwo anders. Es schien, als dächten die einten schon daran, ob sie nach dem Spiel die ‚Ghacktes mit Hörnli’ vor oder nach dem Duschen essen sollten. (An dieser Stelle Merci Ruedi fürs koche). Eines war klar, WaSa wurde von den Könizern kalt abgeduscht. Innerhalb von nicht einmal 4 Minuten kassierte man 3 Gegentreffer. Der schöne 2:4 Vorsprung hatte sich in einen 5:4 Rückstand verwandelt. Und es kam noch härter. Ein erneuter Treffer der Gastgeber nach 50 Minuten, liess die Hörnli in der Garderobe langsam kalt werden. So etwas hatte man sich wirklich nicht vorgestellt. Da half auch ein herrlicher Weitschuss von Schweizer zum 6:5 nichts mehr. Schlussendlich verlor man mit 7:5. Der Grund: Die zweitbeste Abwehr der Liga kassierte in einem verträumten letzten Drittel so viele Gegentore wie in den letzten 7 Dritteln zusammen.

Als wären die verlorenen 3 Punkte nicht schon genug, wurde dem besten WaSa-Spieler (Dominik Jud) auch noch der Preis für das gute Spiel wieder entzogen. (Die Jury verteilte einen falschen Preis). Tja, wenigstens haben die Berner dort gepennt. Die Hörnli waren trotzdem warm, die Punkte waren weg und ich bin jetzt fertig.

Bericht: Severin Koller

 

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