Niederlage zum Saisonauftakt

Nach einer durchzogenen Vorbereitung stand am vergangenen Sonntag endlich das erste Spiel der Saison 2011/2012 auf dem Programm. Gross war die Vorfreude auf das erste Spiel in der höchsten Spielkasse der Junioren u21 und dementsprechend vorbereitet und motiviert wollte man in die Partie steigen.

Vor dem Spiel wurden die u21-Mannschaft von Wasa, welche dieses Jahr sehr viele Zuzüge von der u18 erhalten hat und somit ein sehr junges Team ist, vom neuen Trainertrio Zwicky-Venturini-Egli gewarnt, dass der Gegner Floorball Köniz über besonders gute und bullige Spieler verfügt und versucht den Ball schnell laufen zu lassen. Wie erwartet und in den Vorbereitungsspielen von Trainer Zwicky beobachtet und analysiert, spielten die Berner ein aggressives, schnelles und intensives Unihockey. Ausgezeichnete Stocktechnik rundet ihr elegantes Spiel ab. Es wurde deutlich, dass sich diese Mannschaft nicht ohne Grund Schweizermeister nennen darf! Bereits nach 12 Minuten zappelte der Ball gleich 3 Mal in den Maschen von Wasa Torhüter Urban Nüssli. Herzlich Willkommen in der u21 A – 3 Chancen 3 Tore! Köniz nutzte ihre Chancen eiskalt und versenkte so ziemlich jeden Ball. Nun fanden auch die St.Galler langsam ins Spiel und konnten die ersten Akzente im Spiel setzten. Nico Raschle, der auf der Top-Position im dritten Block agierte, setzte den Ball nach einem Abpraller, der durch einen Schuss von Manuel Büsser entstand, im Tor unter. Kurz vor der Pause stellten die Berner wieder den drei Tore Vorsprung her, bevor sie 7 Sekunden vor Schluss in Überzahl – Adrian Rüesch musste eine unnötige 10 plus 2 Minuten Strafe wegen unsportlichem Verhalten absitzen – auf 5:1 erhöhten. In der Pause wurde man sich bewusst, dass man sich in einer für die meisten Spieler unbekannten Situation befindet: letzte Saison dominierte man fast jedes Spiel und ging nie mit einem so deutlichen Rückstand nach dem ersten Drittel zur Pause. Man musste lernen damit umzugehen und weiter nach vorne zu schauen.

Gesagt getan: Wasa präsentierte sich im Mittelabschnitt deutlich verändert und man hielt weiter am System fest. Nun griff auch das System und man kam zu einigen Balleroberungen an der Mittellinie und konnte so die so oft im Training geübten Konter fahren. Nach 29 Minuten verbuchte Bartpracht Verteidiger Christian Büsser auf Zuspiel von Neo-Captain Roman Brülisauer den zweiten Treffer für die Olma-Städtler. Doch die Antwort der erfahrenen Berner liess nicht lange au sich warten und schon zeigte die Anzeigetafel 6:2 an. SML-Crack Thomas Mittelholzer liess sich das nicht gefallen und verkürzte kurz darauf auf Zuspiel von Saisonstart-Bartpracht Manuel Rüegg zum 3:6. Nun konnte man sich endlich in der gegnerischen Zone festsetzten und Druck auf das Berner Tor ausüben. Die Defensive der Könizer schwankte nun ziemlich und daraus resultierte Erfolg für die St.Galler. Die neu Verpflichtung von Herisau Verteidiger Marcel Brunner konnte sein erstes Tor für die Grünen verbuchen und verkürzte zum 4:7. Nun waren die St.Galler so richtig in der u21 A angekommen, doch es war sehr schwierig den kapitalen Rückstand vom Startdrittel wett zu machen. Mit dem Stand von 4:7 für die Gäste ging’s zum zweiten Pausentee.

Im letzten Abschnitt liessen die St.Galler nochmals so richtig die Kämpfermentalität aufkommen. Man stellte auf zwei Blöcke um und wechselte auf einigen Positionen um noch mehr Zug aufs Tor zu bekommen. Die St.Galler wurden für die Aufrichtigkeit und Kampfbereitschaft belohnt. So war es eine Herisauer Kombination, die zum 5:7 führte.  Verteidiger-Ass Stefan „Dirty Sanchez“ Meier setzte den Ball auf Zuspiel von Jonas Wetter mit einem Weitschuss im Tor unter. Nun bestand viel Zug aufs Tor und man kam zu vielen guten Chancen, die aber entweder vom Berner Torhüter abgewehrt wurden oder man setzte den Schuss in den gegnerischen Block. Und nach dem alten Sprichwort „Wer die Tor Vorne nicht macht, bekommt sie Hinten“. 11 Minuten vor Ende konnte ein Berner Konter erneut nicht gestoppt werden und so erhöhten sie auf 5:8. Auch das folgende Timeout half den St.Gallern nicht, zurück ins Spiel zu finden. Man riskierte nun alles und stand im System viel höher in der gegnerischen Platzhälfte als gewohnt. Das risikofreudige spielen der Grün-Weissen wurde aber nicht belohnt und Floorball Köniz kam zu einigen Konter-Chancen. So war es der u19-Nati Spieler Yves Pillichody von Floorball Köniz, der den wohl Spielentscheidenden Treffer zum 5:9 erzielte. Verteidiger-Ass Stefan „Dirty Sanchez“ Meier buchte nach einer weiteren Herisauer-Kombination (dieses Mal Brunner auf Meier) noch ein weiteres Tor auf sein Konto, doch mehr lag offensichtlich nicht drin. Die St.Galler warfen nochmals alles nach vorne, doch Abschlusspech und teils eigenes Unvermögen standen einem weiteren Treffer im Weg. Köniz erzielte darauf noch zwei weitere Treffer was zum Endstand von 6:11 führte und die Partie zum Saisonauftakt abschloss.

Der Saisonauftakt ist nicht optimal und nach Wunsch verlaufen, doch trainiert man weiter hart, arbeitet an der Chancenauswertung und spielt von Anfang an auf dem gleichen Level wie der Gegner, kann das Aufsteigerteam in der Eliten A mithalten. Wohl das Startdrittel kostete den St.Gallern die Punkte, denn einen 4-Tore-Rückstand gegen einen solchen Gegner wett zu machen, bleibt sehr schwierig. Auch klar ist, dass die Offensiv-Abteilung der St.Gallern auch noch auf Touren kommen muss. Von den erzielten 6 Toren wurden gerade mal zwei Tore durch einen Offensiv-Spieler erzielt; 4 Tore gingen aufs Konto von Verteidigern. Da soll und muss noch mehr von den Stürmen kommen, wenn Punkte eingefahren werden sollen!

Für das kommende Spiel am nächsten Sonntag 25. September um 14.00Uhr zu Hause im AZ gegen Alligator Malans gilt es nun, aus den Fehlern zu lernen und nach vorne zu schauen. Die Ansprach nach dem Spiel von Trainer Dani Zwicky ist deutlich und klar: „Eine Niederlage als Aufsteiger gegen den amtierenden Schweizermeister ist keine Schande und man sah, dass wir teils auch gegen einen solchen starken Gegner mithalten können! Der erste Sieg und die damit verbundenen Punkte werden kommen!“ Also, weiter trainieren, nach vorne schauen und die Eigenfehler abstellen, dann kommt’s am nächsten Sonntag bestimmt besser heraus. Auf zahlreiche Unterstützung freut sich das u21 Team.

Bericht: Giuliano Pasqualini

 

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