U 18 Junioren vollbringen das Wunder
Die Ausgangslage vor dem zweiten Wochenende der Aufstiegsspiele der U18 Junioren präsentierte sich folgendermassen: Während die Grasshoppers aus Zürich und die Lions auf Konolfingen mit je 3 Punkten auf den Rängen 1 und 2 der Gruppe standen, hatten Schüpbach und WaSa immer noch 0 Punkte auf dem Punktekonto. Da nur die ersten beide Gruppenplätze für den Aufstieg in die U18 A reichen würden, war die Devise klar: Verlieren verboten. Das Positive daran war, dass zwar zwei Siege gefordert waren, diese dann aber auch ziemlich sicher reichen würden.
Samstag, 16.April, UHC WaSa – UHT Schüpbach
Nachdem die U18 Junioren mit dem Car in Zäziwil angekommen waren, um dort die Zivilschutzanlage zu beziehen, folgte anschliessend der Transport in die Sporthalle Konolfingen. Man hatte sich in der Vorwoche mittels Videostudium und entsprechenden taktischen Ausrichtungen stark mit dem Gegner auseinander gesetzt – an der Vorbereitung sollte also nichts mehr scheitern. Entsprechend motiviert und befreit spielten die jungen WaSaner denn anfangs auch auf. Bereits in der sechsten Minute erzielten die zu diesem Zeitpunkt dominierenden St. Galler durch Tim Schoch das 1:0. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich war es dann Manuel Büsser, der durch das 2:1 den knappen Vorsprung wieder herstellen konnte. Als Fabrice Göldi in der 16. Minute gar das 3:1 gelang, schien das Spiel in die gewünschte Bahn zu kommen. Mit dem 3:2 Anschlusstreffer durch Schüpbach jedoch begann plötzlich ein enges Spiel, das von einem Auf- und Ab geprägt war.
Im zweiten Drittel geschah lange nichts. Das Spiel flachte ab, beiden Mannschaften gelang in dieser Phase wenig. Die St. Galler – zunehmend mit der Entwicklung des Spiels unzufrieden – begannen mit dem Schicksal zu hadern und liessen sich auf unnötige Provokationen und Sticheleien ein. Dumme Strafen und ein starker Abfall der Leistung waren die Folge – und der 3:3 Ausgleichstreffer die logische Strafe. Als Schüpbach dann Ende des zweiten Drittels sogar noch einmal in Überzahl agieren konnte, lag der erstmalige Rückstand in der Luft. Doch Fabrice Göldi gelang in der 39. Minute das Break – 4:3 zur zweiten Drittelspause also statt Rückstand.
Das Trainertrio Zwicky, Perez & Dominioni war in dieser Pause vor allem darauf bedacht, seine Mannschaft zurück auf den Boden der Realität zu holen, um den Fokus wieder voll auf das Spiel richten zu können. Die Worte hatten zwar bzgl. einer wesentlich fokussierteren Leistung und positiveren Einstellung Anklang gefunden, in eine positive Resultatumwandlung allerdings mochten sie sich nicht umwandeln. Als Schüpbach in der 50. Minute durch Neuenschwander mit 4:4 ausgleichen konnte und letzterer in der 55. Minute sogar noch die erstmalige Schüpbacher Führung erzielte, sah es düster aus für die jungen Grünen. Doch wenn es etwas gibt, das die WaSaner diese Saison so stark macht, dann ist es der unbändige Glauben, in jedem Spiel – unabhängig der Spielzeit – einen Rückstand jederzeit wett machen zu können. Die Erlösung, als Manuel Büsser in der 58. Minute mittels satten Weitschuss der Ausgleich gelang, war riesig. Das Momentum war nun natürlich wieder auf Seiten der St. Galler, eine Verlängerung liess sich aber nicht mehr verhindern.
Die Verlängerung plätscherte, trotz je 1-2 Grosschancen auf beiden Seiten, lange vor sich hin und beide Trainergespanne hatten sich bereits auf das folgende Penaltyschiessen eingestimmt. Doch dann geschah das Unglaubliche: Marco Solenthaler spielte den Ball aus der eigenen Ecke blitzschnell auf Jonas Wetter, der quer zu Manuel Büsser passte. Dieser schoss aus der Distanz flach aufs Tor, wo Fabrice Göldi dem verdutzten Torwart geschickt die Sicht nahm – ein Tor mittels Konter aus dem Bilderbuch und damit der Lohn für harte taktische Arbeit in 6 Monaten Training. Die Matchuhr hatte in der fünfminütigen Verlängerung bereits 04:57 angezeigt.
Der Sieg war im Endeffekt extrem knapp und ein Stück weit natürlich auch glücklich, selbst wenn die St. Galler über die gesamte Spielzeit betrachtet wohl etwas mehr vom Spiel hatten. Man hatte den Kopf also gerade noch einmal aus der Schlinge gezogen und konnte am Sonntag durch einen Sieg im „Finale“ gegen Konolfingen den Aufstieg perfekt machen.
Nachdem man in der Sporthalle Konolfingen noch in den Genuss eines reichhaltigen Abendessens gekommen war, begab man sich anschliessend für die Übernachtung nach Zäziwil – die Schlafzeit der meisten Junioren liess dabei allerdings keine gute Hoffnung für das Spiel am Sonntag zu…
Sonntag, 17. April, UHC WaSa – Lions Konolfingen
In der Tabelle sah es vor dem letzten Spiel folgendermassen aus: 1. GC (6 Pkt.), 2. Konolfingen (3 Pkt.), 3. WaSa (2 Pkt.), 4. Schüpbach (1 Pkt.). Damit war aufgrund des Modus klar, dass nebst GC der Sieger aus dem Duell WaSa – Konolfingen den Aufstieg realisieren würde.
Durch diesen Fakt motiviert, begaben sich die jungen WaSaner am Sonntag Morgen um 8:30 Uhr auf einen lockeren Spaziergang durch das schöne Emmental. Anschliessend stand bereits der Transport nach Konolfingen an, wo zunächst in der Sporthalle gefrühstückt wurde. Um die Wartezeit anschliessend zu verkürzen, beschäftigte man sich im Anschluss durch ein Videostudium noch einmal mit der Taktik des Gegners. Danach wurden auch die letzten sich im Halbschlaf befindenden Spieler durch ein kleines Unihockey-Spiel in der Halle geweckt.
Um 12:15 schliesslich begann die eigentliche Vorbereitung auf das Spiel des Jahres – das alles entscheidende Spiel um den Aufstieg.
Und dann, um 14 Uhr, ging es los. Es war das erwartete Kampfspiel, wo kleine Details den Unterschied machen würden. Und obwohl die St. Galler sehr sicher aufspielten und dank der intensiven taktischen Vorbereitung keinerlei Mühe mit dem System des Gegners vorwiesen, waren es die Einheimischen, die das erste Drittel mit einer 1:0 Führung beenden konnten. Die Leistung der St. Galler war bis dahin aber sehr konzentriert, sodass dieser Rückstand der positiven Gefühlslage nichts anzuhaben vermochte.
Im zweiten Drittel dauerte es dann auch gerade mal 2 Minuten, ehe Aldo Blaser mittels Freistosstreffer zum 1:1 einnetzen konnte. In der Folge begann WaSa mehr und mehr, das Spieldiktat zu übernehmen und kam zu vielen Chancen. Allerdings konnte auch Konolfingen immer wieder Nadelstiche ansetzen – ein solcher führte schliesslich in der 33. Minute zur erneuten Berner Führung. Diese hatte aber nur kurz bestand: Matthias Schwarz löste sein Versprechen ein und erzielte in der 34. Minute seinen ersten Saisontreffer. Mit dem Resultat von 2:2 ging es in die zweite Pause und WaSa konnte sogar noch während 1:12 Minuten in Überzahl agieren.
Es blieb also ein Drittel zu spielen, in dem es nun endlich galt, die spielerischen Vorteile in Bares umzumünzen. Doch statt dem erhofften Powerplaytor anfangs des dritten Drittels gleich der Schock: Nach einem Fehler WaSas konnte Konolfingen in Unterzahl mit 3:2 in Führung gehen. Natürlich war dieser erneute Rückstand nicht gerade das, was man sich erhofft hatte, es blieb aber noch genug Zeit für eine Reaktion. WaSa machte nun – den drohenden negativen Ausgang im Auge – mächtig Dampf auf das Konolfinger Tor. Die St. Galler reihten Chance an Chance, scheiterten aber ein Mal nach dem anderen am starken gegnerischen Torhüter, dem eigenen Unvermögen oder an der Torumrandung. Die Zeit lief langsam aber sicher davon, als WaSa nach 58:10 Minuten das Time Out bezog. Dabei wurden letzte taktische Inputs sowie eine letzte Mut-Machung vorgenommen. Was in der Folge geschah, ist in Worten eigentlich nicht mehr zu umschreiben. Aber der Reihe nach:
Nach 58:40 Minuten machte Torhüter Matthias Rentsch Platz für einen sechsten Feldspieler. Die WaSaner machten Druck, sie kämpften, schossen, liefen – der Ball aber wollte nicht rein. Selbst wenn der Torhüter bereits geschlagen war, hatte dann noch der Pfosten etwas dagegen zu setzen. Es war wie verhext – solches Pech hatten weder Trainer Zwicky noch Assistenzcoach Dominioni in ihrer bisherigen Unihockey Laufbahn zu beklagen. Allerdings bleibt anzufügen, dass auch Konolfingen mit einem Weitschuss nur knapp am leeren Tor und damit an der Entscheidung vorbei schoss.
Doch wie bereits am Vorabend gaben die St. Galler nie auf – selbst dann nicht, als in 20 Sekunden vor Schluss die scheinbar letzte Chance vergeben wurde und Konolfingen den Ball in der eigenen Ecke erlaufen konnte. Doch irgendwie grub Manuel Büsser den Ball wieder aus und nun wurden die St. Galler für all das vorangegangene Pech entschädigt: Ein verzweifelter Pass von Büsser in die Mitte, abgegeben ungefähr auf Höhe der Grundlinie, wurde von seinem Bewacher derart unglücklich abgefälscht, dass er zum unhaltbaren Lob wurde und den Konolfinger Torwart eiskalt erwischte – 11 Sekunden waren noch zu spielen.
Die Freude kannte keine Grenzen, doch die St. Galler Trainer mahnten sofort zur weiteren Konzentration – mit dem Ausgleich konnte man sich schliesslich nichts kaufen.
Es kam erneut zur Verlängerung. In dieser waren die St. Galler den sichtlich geschockten Konolfingern dann überlegen und in der 64. Minute gelang Dario Löhrer der viel umjubelte „Aufstiegsstreffer“.
Die WaSaner kannten nun kein Halten mehr und die Aufstiegsfeierlichkeiten nahmen – insbesondere auf der Car Rückfahrt nach St. Gallen – ihren Lauf.
Herzliche Gratulation geht an dieser Stelle auch an GC Unihockey, die eine starke Saison mit souveränen Playoffs krönten und die Aufstiegsgruppe verdient gewannen. Ein Lob geht aber auch an die beiden Berner Teams, die ein spielerisch harter, menschlich aber sehr fairer Gegner waren.
Einige persönliche Anmerkungen
Da ich mein Bachelor – Studium an der Universität St. Gallen nach 3 Jahren diesen Juli beenden werde, zieht es mich zurück nach Zürich. Ich hoffe, dann wieder selber Unihockey spielen zu können, sofern es meine beruflichen Pläne und mein Knie zulassen – ein Wechsel zu meinem Stammverein Zürisee Unihockey (NLB) ist geplant.
Ich bin sehr dankbar für die beiden Jahre, die ich im UHC WaSa einerseits als Spieler in der SML und U21 hatte, andererseits aber auch für das lehrreiche Trainerjahr als Coach der U18 Junioren. Ich bin auf ein Umfeld gestossen, in dem ich viele Freunde und gute Geister kennen lernen durfte. Es ist schön zu sehen, wie eine ganze Region hinter einem Unihockeyverein stehen kann und welches Herzblut in eine solche Organisation hinein fliesst.
Den U18 Junioren wünsche ich von Herzen alles Gute für ihre weitere Unihockey Laufbahn, aber natürlich auch für alle anderen Pläne. Es hat mir enorm viel Spass gemacht, mit diesem ehrgeizigen, kämpferischen und sehr talentierten Team zusammen arbeiten zu dürfen und hoffe natürlich, dass ich den angehenden Unihockey Cracks auch durch meine Arbeit als U18 Trainer etwas mitgeben konnte. Zumindest ein im Vergleich zur Vorsaison massiv gesteigertes Selbstbewusstsein dürften sie vermutlich erlangt haben – bei einem Zürcher Trainer allerdings auch nicht weiter erstaunlich.
Mein Dank geht auch an die Eltern, und dabei insbesondere an Hampi Blaser, die mich und die Mannschaft in jeder Situation unterstützt haben. Des Weiteren bedanke ich mich bei Dominik Perez für die geleistete Arbeit als Trainerkollege sowie bei Sandro Dominioni für seine Bereitschaft, uns während der Playoff-Phase an der Bande zu unterstützen.
Durch den Aufstieg ist also WaSa nun in allen wichtigen Juniorenstufen wieder in der ersten Liga vertreten, was für die Zukunft eines SML Vereins keine unwichtige Nebennotiz darstellt. Es freut mich sehr, dass die U18 Junioren für ihre harte Arbeit und ihren unbändigen Kampfgeist am Ende belohnt wurden und ich die Mannschaft an meinen Nachfolger A-klassig abgeben kann.
In dem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine erfolgreiche nächste Saison – vielleicht zieht es ja mich zwecks Master Studium irgendwann wieder nach St.Gallen, sodass eine erneute Beschäftigung im UHC WaSa möglich wird.
Herzlichen Dank, Daniel Zwicky
Bericht: Daniel Zwicky
Hochzeiten
Esther Böhi & Bruno Fritsche |
|
Am 26. Mai, 2012 um 14.00 Uhr, in der Kath. Kirche Oberhelfenschwil |
Julia Maurer & Lukas Hess |
|
Am 1. September, 2012 um 14.00 Uhr, in der Evang. Kirche Rorschach |