In der 16. Meisterschaftsrunde der U21A-Junioren traf der an der achten Stelle platzierte UHC Waldkirch-St. Gallen auf die viertplatzierten Alligatoren aus Malans. Die Favoritenrolle lag  also klar den Bündnern, die allerdings in einem kleinen Formtief steckten. Im Hinspiel konnten die St. Galler nach einer starken Aufholjagd einen Punkt aus dem Bündnerland entführen, auch weil Andreas Wolf den Aussenseiter mit einem Tor in letzter Sekunde in die Verlängerung rettete. 

Verschlafener Start wieder gut gemacht

Es wurde sehr viel Zeit in die Vorbereitung des Spiels investiert. Mit Videoanalysen und zusätzlichen Trainings war man gut darauf vorbereitet. Zu Beginn war das aber gar nicht zu sehen, denn Malans brauchte gerade einmal zweieinhalb Minuten für die ersten beiden Tore. Nach diesem verschlafenen Start konnten sich die St. Galler aber auffangen und sich über den Anschlusstreffer durch Sutter freuen. Kurz darauf wurde eine Strafe von zwei Minuten gegen das Heimteam ausgesprochen, doch die Malanser verpassten es, ihr drittes Tor zu erzielen, auch dank einem guten Verhalten in Unterzahl der St. Galler. Der formstarke Angehrn war es dann, der nach einem Getümmel in der elften Spielminute vor dem gegnerischen Tor die Übersicht behielt, und mit seinem ersten Saisontor den verdienten Ausgleich erzielen konnte. Vor dem Ende des ersten Drittels hätten die WaSaner in der Überzahl sogar noch die Chance auf den Führungstreffer gehabt, doch sie liessen diese zwei Minuten ungenutzt verstreichen.

Führung herausgespielt

Im zweiten Drittel startete Malans druckvoll und temporeich. Die gefährlichen Abschlüsse wurden aber entweder geblockt, oder vom St. Galler Torhüter Raphael Schmied pariert. In dieser Phase hätte das Spiel auf beide Seiten kippen können, denn auch die Grün-Weissen hatten viele Kontermöglichkeiten, die allesamt vergeben wurden. Nach der Spielhälfte hatte der UHC WaSa ein weiteres Mal die Chance, im Powerplay die wichtige Führung zu erzielen. Dies gelang ihnen nach nur elf Sekunden, als der Ball gut und direkt von Spieler zu Spieler geschoben wurde, und schliesslich bei Jordan landete, der mit einem satten Direktschuss die Equipe von Christian Preisig erstmals in Führung brachte. Der Knoten war nun gelöst. Nur gerade eine Minute später lancierte Schiess Zahner, der alleine vor dem Malanser Torhüter keine Mühe hatte, den Ball ins Netz zu befördern. Eine weitere Zeigerumdrehung später traf schliesslich noch Captain Brunner, der bei einem Freistoss die Lücke in der Mauer fand, zum 5:2. Das Momentum lag in dieser Phase klar auf der Seite der St. Galler, welche sich im Anschluss noch weitere Grosschancen erspielen konnten. Da diese alle vergeben wurden, konnte man mit einem verdienten Vorsprung von drei Toren in die zweite Pause gehen.

Katastrophale Schlussviertelstunde

Schon mehrere Male vergaben die WaSaner in dieser Saison solche Führungen gegen Topteams. Hier wollte man das mit einer konzentrierten Leistung verhindern und weitere gute zwanzig Minuten abliefern. Zunächst gelang dies auch sehr gut. Nur zwei Minuten waren gespielt als der Ball nach einer schönen Kombination via Keller und Alder bei Jordan landete, der problemlos zum 6:2 einschieben konnte. Nun machten die Malanser immer mehr Druck auf das St. Galler Tor, was viel Platz für die Konterstärke des Heimteams bot. Schiess wusste dies auch auszunutzen, indem er Zahner mustergültig bediente, welcher eiskalt einnetzte, und somit eine komfortable Führung von fünf Toren bewerkstelligen konnte. Eigentlich hätte dieses Spiel somit entschieden sein sollen, doch die Alligatoren hatten natürlich etwas dagegen. Mit einem Doppelschlag kamen sie auf 7:4 heran. Bei den St. Gallern schlichen sich nun mehr und mehr Unkonzentriertheiten und Fehler ein, in der Defensive, dem Umschaltspiel sowie in der Offensive. Als die Grün-Weissen eine weitere Überzahl nicht in ein Tor umwandeln konnte, welches in dieser Phase extrem wichtig gewesen wäre, spielten sich die Malanser in einen Rausch. Die Auswärtsmannschaft liess den Ball gut laufen und standen nun auch defensiv besser, was den St. Gallern keine weiteren Konterchancen ermöglichte. Es kam also, wie es kommen musste. Nachdem die Alligatoren den Anschlusstreffer erzielten, ersetzten sie den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler. Es dauerte nicht lange bis man den Ausgleich hinnehmen musste, rund eineinhalb Minuten vor Schluss. Bis zur sechzigsten Minute erarbeiteten sich aber beide Mannschaften nochmals gute Tormöglichkeiten, unter anderem traf Keller den Pfosten. Die Sirene ertönte aber, und das Spiel ging somit in die Verlängerung.  

Niederlage im Penaltyschiessen

In der Overtime hatten beide Teams die Möglichkeit, das Spiel mit dem Golden Goal zu entscheiden. Dieses Unterfangen wollte aber keinem gelingen und es kam zum Penaltyschiessen. Nur der spätere Best Player Schiess schaffte es, den Ball im Netz zu versenken, was für den Sieg nicht reichte, da die Bündner zwei Mal trafen.  

Somit bleibt dem UHC WaSa nur die Enttäuschung, viel Frust und ein einziger Punkt aus einem Spiel, welches eine Topmannschaft locker über die Runde gebracht hätte. Vieles hatte man richtig gemacht, fünfundvierzig Minuten lang, doch so eine Schlussviertelstunde kann man sich gegen Alligator Malans nicht leisten. Man kann sehr gut erkennen, dass nur einhundert Prozent Willen und Einsatz zum Erfolg führt, was an diesem Sonntag einmal mehr fehlte. Es gilt nun, die positiven Aspekte aus dem Spiel herauszunehmen und den Rest so schnell wie möglich zu vergessen.

Bereits am nächsten Wochenende finden die letzten beiden Spiele der Qualifikation statt. Die St. Galler sind auf Punkte angewiesen. Am Samstagabend ist man zu Gast beim UHC Uster, während man am Sonntag, dem 24. Januar 2016, um 14:00 Uhr in der Sporthalle Tal der Demut GC Unihockey empfängt. Die U21-Junioren sind zum Abschluss der Qualifikation auf ein zahlreiches Erscheinen der Zuschauer und deren Unterstützung angewiesen um diese wichtigen Punkte zu ergattern. Ein weiterer Grund die U21 in Uster zu unterstützen bietet der Gastgeber gleich selbst. Mit kulinarischen Köstlichkeiten werden sie die Zuschauer verwöhnen.

 

Bericht: Julian Alder