Der UHC Waldkirch-St. Gallen zeigt zum Re-Start der Schweizer Unihockey-NLA-Meisterschaft ordentliche Auftritte. Gegen den direkten Playoffkonkurrenten UHC Uster siegen die St. Galler am Freitag souverän mit 11:6, gegen Meisterschaftsfavorit GC Unihockey resultiert im Sonntagsspiel eine 4:7-Niederlage.

(Nico Conzett/Bild: Paul Wellauer) Die Fragezeichen waren zahlreich, die Ungewissheit gross. In welcher Verfassung würde sich das St. Galler Team beim Restart präsentieren? Schliesslich pausierte die höchste Schweizer Unihockeyliga während gut dreier Monate aufgrund der Coronasituation, bevor sie am vergangenen Wochenende den Betrieb wieder aufnahm.

Quarantäne verursacht Sorgenfalten

Das Virus machte in dieser Zeit auch den St. Gallern zu schaffen. Nach einigen positiven Testresultaten kurz vor Weihnachten, wurde das Team von Trainer Armin Brunner kraft kantonaler Verordnung in die Quarantäne befördert – das Teamtraining fiel somit zwischenzeitlich während beinahe drei Wochen aus. Das dürfte beim Coachingstaff der Ostschweizer durchaus für die ein oder andere Sorgenfalte im Gesicht vor der Auftaktpartie gegen den UHC Uster gesorgt haben.

Diese allfälligen Falten dürften sich aber auch rasch geglättet haben. Denn die St. Galler präsentierten sich im Gegensatz zum Gegner sowohl defensiv als auch offensiv hellwach. Nach nur elf Minuten führten sie mit 5:0 in fremder Halle. Besonders eindrücklich: Für die Tore zwei bis vier benötigen Nicolas Jordan (bei seinem Comeback), Severin Moser und David Gross nur gerade 21 Sekunden. Und auch wenn die Zürcher Oberländer in der Folge erste Antworten in Form von eigenen Toren fanden, hatten die St. Galler bis Spielmitte stets eine rasche Reaktion bereit und führten bis zur 30. Minute souverän mit 8:2.

Konzentrationsverlust im Mitteldrittel – und eine starke Reaktion

Dann folgte allerdings eine Phase, in der ihnen die Antworten ausgingen. Innert vier Minuten stellten die Gastgeber mit vier Toren auf 6:8, das Spiel war plötzlich wieder spannend – Brunners Team liess mit einem Male sämtliche Konsequenz aus dem ersten Drittel vermissen. In die Karten spielte den St. Gallern anschliessend, dass ein Ustermer Stürmer eine unnötige Strafe nahm und somit die Aufholjagd des Heimteams selbst ausbremste.

In der Folge gewannen die Ostschweizer die Sicherheit aus dem ersten Abschnitt zurück. Im Schlussdrittel sorgten Michael Schiess, Roman Mittelholzer (mit seinem vierten Skorerpunkt) und Rahul Chiplunkar für klare Verhältnisse und damit einen letztendlich souveränen Auftaktsieg – der zwischenzeitlich trotzdem fast aus der Hand gegeben wurde.

Zahlreiche Parallelen gegen GC

Während die drei Punkte gegen Uster im Kampf um die Playoffs seitens der St. Galler zur Pflicht erklärt wurden, wären jene am Sonntag gegen GC Unihockey ein gern genommener Bonus gewesen. GC zählt zu den Meisterschaftsfavoriten und besiegte am Vortag Tabellenführer Wiler-Ersigen in der Verlängerung.

Doch auch in der zweiten Auswärtspartie des Wochenendes zeigten die St. Galler einen vorzüglichen Start. Zu Spielbeginn war Torhüter Raphael Schmied dafür verantwortlich, der einige Grosschancen der Zürcher zunichtemachte. Anschliessend sorgte, wie schon gegen Uster, engagierte und bissige Defensivarbeit für einen aus St. Galler Sicht wünschenswerten Spielverlauf.

Der 17-jährige Rohit Chiplunkar mit seinem ersten NLA-Tor und Verteidiger Stefan Schiess sorgten für eine 2:1-Führung zugunsten Gäste zur ersten Pause. Dann zog sich jedoch eine weitere, weniger wünschenswerte, Parallele zum Spiel gegen Uster. Der St. Galler Leistungseinbruch fiel zwar weniger gross aus, doch gegen ein Spitzenteam wie GC ist auch die Fehlertoleranz ein wenig geringer. Die Stadtzürcher drehten das Spiel durch Tore von Cyril Zolliker, Christoph Meier und Florian Wenk.

Couragierte Leistung wird nicht belohnt

Die Ostschweizer wehrten sich in den letzten 20 Minuten tapfer, überstanden beispielsweise mehrere Strafen gegen eine der besten Überzahlformationen der Liga und kämpften sich zweimal mit eigenen Toren wieder heran. Doch zum Punktgewinn reichte es am Ende trotzdem nicht, ein Empty Netter von Nationalspieler Joël Rüegger sorgte für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.

Trotz unterschiedlichen Resultaten war die St. Galler Leistung in den beiden Spielen vergleichbar – und absolut zufriedenstellend. Sollte Armin Brunners Team diese Konstanz in den nächsten Partien vom kommenden Wochenende gegen Chur Unihockey und Rychenberg Winterthur – beides direkte Konkurrenten im Playoffkampf – beibehalten, ist die Chance auf Punktezuwachs gross und gar der Sprung in die Masters Round und damit die vorzeitige Playoffqualifikation möglich.